Sozialpädagogische Familienhilfe

Überblickt man die Möglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe, Eltern und Familien Unterstützung bei der Bewältigung familiärer Problemlagen zukommen zu lassen, so ist die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) nach SGB VIII §32 sicherlich oft ein adäquates – wenngleich häufig auch ein intensives Unterstützungsmodell. Diese Form der „Hilfe zur Erziehung“ versteht sich als zeitlich begrenzte, ambulante sozialpädagogische Begleitung, um das Familiensystem bei der Bewältigung von Problemen in allen Lebensbereichen zu unterstützen. Dabei findet diese Form der Hilfe meist direkt innerhalb der Familie selbst statt (aufsuchende Arbeit) und bezieht neben den relevanten Personen des eigentlichen Familiensystems auch das soziale und familiäre Umfeld mit ein. Damit ist die Sozialpädagogische Familienhilfe lebenswelt- und sozialraumbezogen.

Herausforderungen durch komplexe Problemlagen

Nicht nur für Familien selbst sondern auch für die helfenden Fachkräfte stellen die komplexen Problemlagen in der heutigen Zeit eine große Herausforderung dar. Schnelllebigkeit, Vielfalt der Wertesysteme, fehlende soziale Vernetzung oder gar körperliche und seelische Probleme sorgen in vielfältiger Weise dafür, dass das Familienleben auch zur Belastung werden kann. Sowohl die persönlichen Probleme einzelner Familienmitglieder wie auch die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern tragen dann zu einer angespannten Situation bei. Solche Belastungen können sich im Kontext einer ungünstigen Konstellation zu einer vielfältigen Problemlage entwickeln, die auch in Krisenzustände mündet.

Dabei muss allen Beteiligten bewusst sein, dass Veränderungen nicht immer einfach sind – gleichzeitig vielleicht auch nicht von allen Beteiligten die Probleme gesehen werden. Dies ist uns als Hilfeanbieter bewusst. Daher arbeiten wir auch in schwierigen Kontexten – unsere Herausforderung sehen wir in einer tragenden Beziehungsgestaltung und einem passgenauen Hilfekonzept, welches die Familie dazu befähigen soll, aus den Krisenzuständen herauszufinden und wieder einen positiven Weg im gemeinsamen Leben zu finden.

In der Begleitung von Familiensystemen spiegeln sich unsere grundsätzlichen Leitlinien als Träger stets wieder:

Unser Ziel ist es, dass Familien mittel- und langfristig wieder zunehmend selbständig und ohne Hilfe von Außen agieren

Bevor Familienmitglieder das Familiensystem verlassen, sollten alle Wege genutzt werden, um ein Zusammenwohnen der Familie in der bisherigen Form weiter zu gewährleisten – natürlich, soweit dies für alle Beteiligten zu verantworten ist.

Schaffung eines individuellen Hilfekonzepts: Probleme stehen nicht für sich alleine und haben im Verlauf der Zeit vielfältige Auswirkungen. Daher muss eine passgenaue Hilfe mit systemischem Blick und ganzheitlichem Gedanken stattfinden, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.